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Akjumii

Zwei Münchner Jungdesignerinnen trotzen den Regeln der Fast-Fashion Industrie.

Text Sophia Bilz

Die zwei Münchner Designerinnen schwimmen gegen den Main-Stream.   

Akjumii, ein ungewöhnlicher Name für ein Münchner Label. Beim genaueren Nachhaken wird jedoch klar, dass dahinter weder die große Liebe zu asiatischem Essen noch ein prägender Strandurlaub am östlichen Teil der Welt steht. Tatsächlich entstand der Fantasiename aus dem Grundgedanken der Marke, „a you and me“, der das Zusammenspiel von Designer und Kunden ausdrücken soll.

Nach ihrem Modedesignstudium an der AMD München gingen Anna Karsch und Michaela Wunderl erst einmal getrennte Wege. Aber der Wunsch nach etwas Eigenem blieb. Während Anna wichtige Erfahrungen bei Iris van Herpen in Amsterdam sammelte, blieb Michaela an der Isar. 2012 war es dann soweit und sie gründeten gemeinsam ihr Label, vielleicht um der Welt von Primark und anderen Fast-Fashion-Giganten einen ganz persönlichen Kampf anzusagen. Fair, nachhaltig und zeitlos – das soll ihre Mode sein und zeigt sich in den klaren, minimalistischen Designs für Mann und Frau. Produziert werden die Kleidungsstücke größtenteils ‘on-demand’ in einer kleinen Fabrik in Ungarn mit sehr hohen Qualitäts- und Sozialstandards. Auf diese Weise wollen die beiden Designerinnen die Transportwege verkürzen und Überproduktion vermeiden. Auch bei der Wahl der Materialien und Stoffe wird das Thema Nachhaltigkeit großgeschrieben, statt auf Synthetik setzen die beiden Münchnerinnen auf Naturmaterialien.

Zwei Jahre nach der Gründung eröffnete Akjumii im Jahr 2015 einen Store samt Atelier gemeinsam mit dem Fotostudio von Kirsten Becker im Glockenbachviertel. In ihrem kleinen Kreativhaus bereichern sich die drei Frauen seitdem gegenseitig mit ihrem Sinn für Ästhetik und ihren individuellen Vorstellungen von Nachhaltigkeit. „Fotostudio und Laden ist eine schöne Kombination. Hier herrscht ein angenehmes Ateliergefühl,“ erklärt Anna Karsch das Konzept. Neben den regulären Öffnungszeiten können Termine auch nach Vereinbarung stattfinden. So bleibt mehr Zeit für eine individuelle Beratung und Einzelanfertigungen, um so konkreter auf die Wünsche der Kunde einzugehen. Klingt schon fast nach einem modernen Mode-Märchen.

Titelfoto: Sophia Bilz
Fotos Seitenleiste: Sophia Bilz
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